Good bye, Bahrain! Good bye!

Nach 12 Jahren Bahrain verlassen wir das Land Richtung Europa und dieser Blog endet jetzt hier!

Bahrain – die Party ist vorbei – Foto: Boris Najafov

Wir waren jetzt 12 Jahre in Bahrain. Das Land hat sich verändert und auch unsere Ansprüche. Wir hatten eine glückliche Zeit, waren aber oft mit vielem nicht einverstanden. Und zuletzt immer weniger. Da auch mehr und mehr unserer westeuropäischen Freunde das Land verliessen, wollten wir nicht der letzte sein, der das Licht ausmacht.

Wer ein gelernter Demokrat ist, der hat Schwierigkeiten mit der Ungleichbehandlung der Menschen in Bahrain. Selbst bei den Bahrainis gibt es große Unterschiede, je nach dem zu welcher Sekte jemand gehört. Die meisten Shiiten haben ihre Jobs an Sunniten verloren. Auch heute noch verlieren renommierte Wissenschaftler ihre Position, weil sie der „falschen“ Glaubensrichtung angehören.
Uns Westlern geht es noch relativ gut, wir sind nur 2. Klasse und nicht 3. oder 4. Klasse wie die sogenannten Asiaten. zu denen zählen auch die Afrikaner. Ungleich werden wir Nicht-Bahrainis überall behandelt. Sei es im Gesundheitssystem, bei den Strom- und Wasserwerken, bei denen wir das 8fache unseres arabischen Nachbars bezahlen müssen oder bei den Behörden. Das war früher nicht der Fall und es nervt einfach immer mehr im Laufe der Zeit.
Wenn wir uns in Deutschland so etwas einfallen lassen würden, da würde aber die Luft brennen und alle deutschen Gutmenschen auf den Barrikaden sein. Zu Recht. In Bahrain interessiert es die Einheimischen eher nicht. Wir sind nun mal Ausländer und nicht Einheimische.

Früher gab es dank Shaikha May wenigstens ein gutes, kulturelles Angebot für den westeuropäischen Geschmack. Wenn heute mal ein (zweitklassiges Tournee-) Ballett kommt, werden Preise wie an der New Yorker Met aufgerufen. Nur die italienische (Danke, Domenico) und die deutsche Botschaft (danke an alle) bringen noch ab und zu unsere Kultur ins Land.

Die inkompetente ärztliche Versorgung und die nicht besser werdenden Umweltbedingungen (z.B. Feinstaub) wollten wir unseren Kindern und uns auch nicht mehr zumuten.

Allerdings sprechen die Schulen Nadeen und St. Christophers Senior deutlich für Bahrain. Die sind Weltklasse und Preis/Leistung stimmen.

In dem Land gibt es ein einziges anständiges Restaurant, Rasoi by Veneet, das indische Restaurant im Gulf Hotel ist okay. Das sagt einer, der keine indische Restaurants mag. All die anderen Underperformer liefern keine beständige Qualität, rufen aber Preise auf wie im Sternerestaurant.

Nach 12 Jahren ist man selber internationaler denn je und hat einen sehr breiten Freundeskreis. Man wird aber auch immer rassistischer: man hat immer weniger Verständnis für die vielen schlecht ausgebildeten Kräfte, die keinen gesunden Menschenverstand haben und so gut wie nichts können und so viel Unheil anstellen! (Asiaten). Dummheit kann (anderen) weh tun!

In Bahrain geht es wirtschaftlich nicht aufwärts, sondern abwärts. Ausser in den heimischen Zeitungen. Die jubeln nur. Dazu kommt der unglaubliche Verkehr ganz ohne Regeln und Sinn und Verstand. Die Verkehrspolizei als besonders krass schlechtes Beispiel.

Alles wird unverhältnismässig teuer in Bahrain. Vor 12 Jahren war Bahrain ziemlich günstig, jetzt ist es richtig teuer geworden. Wenn Sie vorhaben, her zu kommen, gucken Sie sich das Land erste einmal vorher an! Gehen Sie in einen Supermarkt.

Und der wichtigste Grund, die Region zu verlassen: Die Kriegsgefahr. Es war schon ein paar Mal haarscharf am Krieg in der Region vorbeigerutscht. Bei den vielen Irren hier, weiß man nicht, ob es nicht doch irgendwann losgeht!

Wir werden jetzt für Deutschland schon einmal Political Correctness üben und verabschieden uns von Ihnen, liebe „Leserinnen und Leser„, und werden probieren, ein paar Jahre in Deutschland zu wohnen, das uns auch fremd geworden ist.

Unseren letzten Freunden in Bahrain wünschen wir alles Gute!

Nachtrag: So eine Sache wie der Abschuss der Ukranian Air in Tehran halte ich auch in Bahrain für möglich …

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