Kindeswohl in Bahrain

Die Bahrainis sind sehr kinderlieb und produzieren auch eine hohe Anzahl von Nachfahren, die dann meist von der Housemaid erzogen werden.

Sie sieht nur jung aus, oft sitzen auch Kinder am Steuer

Verblüffend ist, dass Papi oft seinen Kindern die Autoschlüssel übergibt, so dass die Kinder – speziell am Wochenende – das Autofahren üben können. Besonders beliebt ist das in Durrat Al Bahrain. Ist auch praktisch, so kann Papi nach Hause gefahren werden, wenn er betrunken ist. Laut Sanitätern gibt es jedes Wochenende böse Unfälle, die per Krankenwagen nach Manama gebracht werden müssen.

Immer wieder bin ich verblüfft, wenn ich zwei Jahre alte Autofahrer im Stau sehe. Da darf Sohnemann – aber auch das Töchterchen – bei Papi auf dem Schoss mitlenken. Die restliche Kinderschar tobt auf dem Rücksitz.

Das Leben der Kinder in Bahrain ist wirklich nicht ungefährlich. Anders gefährlich als in unserer Jugend. Täglich werden sie – in der Regel von indischen Fahrern – zur Schule gebracht. Besonders die Schulbusse-Fahrer erinnern an japanische Kamikaze. Aber so oder so ist der Strassenverkehr in Bahrain nicht ohne. Man sieht eigentlich jeden Tag einen Unfall und in der Zeit des Ramadans auch zwei.

Ein guter Freund meines Sohns war im „Family Club“ British Club Fussballspielen. Dafür müssen die Eltern für relativ viel Geld Mitglied werden, sie dürfen auch baden gehen und sich mit Alkoholikern aus der ganzen Welt  betrinken, sowie wenig schmackhafte Schweinefleischgerichte essen. Die Kinder können das Sportangebot nutzen. Leider ist die Pflege der Geräte mangelhaft. Das Tor fiel um auf drei Kinder. Zwei leicht verletzt, der Freund des Sohnes schwerverletzt. Aber kümmert es jemanden? Der Vater eines anderen Kindes packte den Schwerverletzten in seinen PKW und fuhr ihn ins staatliche Hauptkrankenhaus Salmaniya, wo der Junge – der arme Kerl dachte, er müsse sterben –  sofort mehrere Male operiert wurde. Mittlerweile ist er stabil. Eine Entschuldigung vom British Club gab es nicht. Eine Entschädigung sowieso nicht.
Mein Sohn bezahlte viel Geld für das Trampolinspringen in der Ramli Mall in Isa Town. Als er im Sprung war, lief ein kleiner arabischer Junge in seine Landezone. Die ebenfalls arabische Aufsicht musste am Handy Filmchen gucken und konnte so nicht aufpassen. Der 8jährige stoppte die Landung meines Sohnes mit seinem Knie auf der Nase des 60kg Muskelpakets. Beide schrien wie verrückt, die arabischen Eltern beschimpften die Eltern des Schulfreundes meines Sohnes, mit denen er da war. Mein Sohn hatte eine gebrochene Nase, die am nächsten Tag operiert wurde. 3000 Euro Schaden. Medizinische Versorgung ist teuer. Auch wir bekamen keine Entschuldigung oder gar Entschädigung vom Trampolinbetreiber. Und die Versicherung zahlte nur einen Teil.

Wir besuchten den originellen Adhari Park, einen Rummel am Saudi Highway. Da an an einem Karussell keine Aufsicht oder sonstwer war, bediente ich das. Das fand ich aufregend. Meine Frau war sehr nervös als unser damals erst 6 Jahre alter Sohn mit der Achterbahn steckenblieb. Der Wagen hielt an der höchsten Stelle für 15 Minuten. Nach mehreren Versuchen kletterte ein Pakistani hoch und schob den Wagen an. Dann ging alles wieder wie immer. Ich finde die Bumper Cars viel gefährlicher. Die sind schneller als bei uns. Das kleine deutsch-arabische Mädchen krachte mit großer Freude lächelnd in mein Kart, so dass ich nach dem Aufprall an der Stange mit dem Hinterkopf fast ohnmächtig wurde. Auch die anderen Fahrgeschäfte sind lustig.

Der große Vorteil für unsere Kinder in Bahrain ist die erstklassige und liebevolle Erziehung in der Schule. Wir waren nicht immer 100% zufrieden mit Nadeen und St.Chris, aber im Großen und Ganzen sind diese beiden erstklassig. Sie erziehen die Kinder in einer guten Art. Und die Kinder sind so etwas von Nicht-rassistisch, weil sie einfach gewohnt sind mit vielen Nationen auskommen zu müssen. Die necken sich natürlich, aber die Rasse ist da zweitrangig.

 

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