Gulfair Boss Kresimir Kucko im Interview

Bis zum Ende des Jahres 2023 plant Gulf Air in Bahrain die Inbetriebnahme von insgesamt 39 neuen Flugzeugen. CEO Kresimir Kucko bereitet sich darauf vor, sein zweites Jahr beim ältesten Luftfahrtunternehmen der Region zu beginnen. Kucko, der jetzt elf Monate bei Gulfair ist, sagte auf  der jüngsten „Airline Economics Growth Frontier“ Konferenz in Dubai, dass er keine Bestrebungen habe, sich mit den  „Big Three“ der Golfregion anzulegen, aber dass Gulf Air lukrative Nischen besetzen wird.

Gulf Air Flugzeug mit 2018er Branding


Zusätzlich zu  den zehn neuen Dreamlinern (Boeing 787-9) bestellte die einzige bahrainische Fluggesellschaft in den kommenden fünf Jahren 12 Airbus A320neos und 17 A321neos.

Nach einer weiteren Rebranding-Aktion im Mai diesen Jahres verfügt die Airline nun über eine Flotte von 28 Flugzeugen und befindet sich – seit langer Zeit zum ersten Mal – in  einem relativ gutem Gesundheitszustand. Das ist eine ungewöhnliche,  neue Situation für Gulfair. Mehrere Änderungen an der Spitze in den letzten zehn Jahren, Auftragsannullierungen, Vetternwirtschaft und die Unfähigkeit, sich dem Erfolg von Emirates, Etihad und Qatar Airways anzuschliessen, hatten das Wachstum schwer beeinträchtigt.

„Es ist komplex“, sagte Kucko, während er das Thema der Konkurrenz in der Golfregion ansprach. „Du musst deine Nische haben und die Kosten kontrollieren. Wir werden nicht gegen die Großen Drei kämpfen.“

Er sagte, dass die Ostprovinz von Saudi-Arabien und der Ballungsraum um die Stadt Dammam ein Schwerpunkt der Airline sind. „Es gibt vier bis fünf Millionen Menschen im Einzugsgebiet des Flughafens Bahrain“, sagte er.

2016 startete der Baubeginn am Bahrain International Airport für das neue Terminal, dass 1,1 Milliarden US-Dollar kosten soll. Der Zeitplan für die Fertigstellung ist für das Jahr 2019 vorgesehen. Die Kapazität wird von 9 Millionen auf 14 Millionen Passagiere pro Jahr erhöht.

Kucko sagte, Marketing und Werbung würden sich als entscheidend erweisen, um die Passagiere dazu zu bringen, Gulfair zu fliegen. „Wir planen, aggressiver zu sein und Kampagnen mit den bahrainischen Tourismusbehörden zu starten“, erklärte er.

Gulfair entstand Jahrzehnte bevor das Luftfahrtpotenzial des Golfs offensichtlich wurde. Die nationale Fluggesellschaft des Königreichs Bahrain nahm 1950 ihre Tätigkeit auf und wurde zu einer der ersten kommerziellen Fluggesellschaften im Nahen Osten. Sie bedient zur Zeit 42 Städte in 25 Ländern. Im Jahr 1973 übernahmen Bahrain, Katar, Abu Dhabi und Oman die britischen Anteile, die zwei Jahrzehnte zuvor bei der Gründung der Fluggesellschaft beteiligt waren, und gaben jeder Regierung einen Anteil von 25 Prozent an der Holdinggesellschaft Gulf Aviation. Die Betreibergesellschaft wurde zum Flaggschiff der vier Gesellschafter. 2007 war Bahrain die einzige verbliebende Partei, die anderen Länder gründeten sehr erfolgreich eigene Fluggesellschaften.

Kucko, der vor seinem Wechsel zu Gulf Air 25 Jahre lang bei Croatia Airlines tätig war, sagte, Gulfair habe im Jahr 2018 sechs neue Ziele hinzugefügt und zusätzliche Frequenzen zu wichtigen Routen hinzugefügt. In diesem Jahr, sagte er, würde die Fluggesellschaft einen Anstieg der täglichen Abflüge um 7 Prozent, eine Erhöhung der Sitzplatzkapazitäten um 10 Prozent und eine Erhöhung der verfügbaren Sitzmeilen um 16 Prozent verzeichnen.

Gulfair, eine Fluggesellschaft, die bisher ständig Geld verlor, scheint den Turnaround geschafft zu haben und wird in diesem Jahr einen Gewinn erzielen, bestätigte Kucko im Gespräch. Er fügte hinzu, dass die Zahlen in diesem Jahr gut aussehen, aber das Budget knapp sei. “ “We are looking for a global footprint—with small feet“, schloss er.

Leider kümmert sich Kucko nicht um Serviceverbesserungen. Gulfair ist so schlampig wie eh und je. Anders als früher sind kaum Sonderangebote zu finden. Zum ersten Mal seit Jahren hat der Autor dieser Zeilen Lufthansa-Flüge gebucht. Hier spart er mittlerweile in der BusinessClass gegenüber der Gulfair beträchtlich.

So schlecht der Service in Bahrain auch ist, so gut ist er in Frankfurt. Die Frankfurter Gulfair Mitarbeiter sind hochengagiert und immer für den Passagier da.

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