8 Prozent Fest­zins für Ihr Fest­geld – Bahrain Middle East Bank

Mit Anzeigen in deutschen Wirt­schafts­zeitungen, die wie ganz normale Artikel aussehen, werben derzeit Vermittler im Internet für Zins­anlagen der Bahrain Middle East Bank (BMB). „Bis zu 8 Prozent Fest­zins für Ihr Fest­geld“ verspricht die Werbung für Lauf­zeiten ab zwölf Monate. Zur Erläuterung heißt es, dass die BMB mit Sitz in Bahrains Haupt­stadt Manama bereits seit 1982 erfolg­reich handele. Doch die Stiftung Warentest warnt vor diesem märchenhaften Angebot. Warum, erklären wir hier.

Von wegen Einlagensicherung

Das Angebot gehört ins Märchen­land des König­reichs Bahrain. Es kann weder „absolut sorgenfrei“ abge­schlossen werden, noch gibt es für die Anlage die versprochene „Einlagensicherung durch die welt­weit größte Kreditrück­versicherungs­gesell­schaft“. Solche Gesell­schaften sichern Firmen­kredite und keine privaten Spar­einlagen ab.

Bahrain: Steuer­paradies mit vermeintlich tollen Fest­zins­angeboten

Finanztest warnt MeldungUnsere Recherche zeigt: Hinter den Investments steckt offen­bar der Finanz­dienst­leister ITPC, der seinen Haupt­sitz „in erster Linie aus steuerlichen Gründen“ auf den British Virgin Islands hat, wie es in einer Mitteilung der ITPC heißt. Auf der Home­page des Anbieters ist von einer Part­nerschaft mit der Bahrain Middle East Bank die Rede, ein Link führt zu deren Website. Im Fall ITPC sind außerdem die Logos von Focus Online, n-tv und des Handels­blatts zu sehen. Klickt man die Logos an, stößt man auf die Werbeartikel über das Steuer­paradies Bahrain und auf die tollen Fest­zins­angebote.

Unser Rat:

Fest­geld. Schenken Sie Vermitt­lern keinen Glauben, die Ihnen für ein Fest­geld bis zu 8 Prozent Zins anbieten. Wer deutlich mehr als die aktuell am Markt erziel­baren 1 bis 2 Prozent anbietet, ist unseriös.

Sicherheit. In der Europäischen Union und in Ländern des Europäischen Wirt­schafts­raums sind im Fall einer Bank­pleite 100 000 Euro Spargeld pro Anleger sicher. Keine Sicherheit für Einlagen von Sparern bieten Kreditrück­versicherungs­gesell­schaften. Sie sichern nur Firmen­kredite ab.

Nur mit Genehmigung der Bafin

Unter der Werbung steht ein Coupon, den Interes­senten ausfüllen können. Wer das tut, bekommt von der ITPC eine kurz­fristige Konto­eröff­nung bei der BMB in Aussicht gestellt. Abge­wickelt würden die Finanz­trans­aktionen sodann über die deutsche Zweigstelle der Londoner Bank Stan­dard Chartered in Frank­furt am Main. Wer dort nach­fragt, erfährt allerdings, dass die deutsche Zweigstelle ihr operatives Geschäft einge­stellt hat. Die beworbene Fest­zins­anlage ist dort gänzlich unbe­kannt. Das verwundert nicht, weil diese Tochter der BMB von der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungen (Bafin) beaufsichtigt wird. Ein Fest­geld­angebot, wie es ITPC und BMB bewerben, darf in Deutsch­land aber nur mit Genehmigung der Bafin vertrieben werden.

Köder für riskante Unter­nehmens­beteiligungen

Da liegt der Verdacht nah, dass die ­geschichte lediglich als Köder benutzt, um Anlegern riskante Unter­nehmens­beteiligungen in Bahrain anzu­drehen. Eine Anfrage von Finanztest zu der Fest­zins­anlage beant­wortete weder die Bahrein Middle East Bank noch der Finanz­dienst­leister ITPC.

Wobei die Eintrag im Handelsregister von Bahrain seriös aussieht: www.sijilat.bh 
Danach haben die Eigner 150 Millionen € eingezahlt. Ob die aber noch in der Bank sind oder schon längst in Sicherheit, kann man jedoch nicht sehen. CR ist 12266-01.
In 2018 gab es einen neuen CEO, nämlich Korhan Alev. Der deutschsprechende Alev war direkt vorher in Deutschland bei der Oyak Anker Bank GmbH und davor in der Türkei bei der ING Bank Turkey.

 

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